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50 Jahre Dodis

Dodis wird 50!

Dieses Jahr feiert die Forschungsstelle Dodis Jubiläum: Im kommenden Herbst jährt sich die Gründung des Forschungsprojekts zum 50. Mal. Die Initiative zur Edition der Diplomatischen Dokumente der Schweiz konkretisierte sich im Laufe des Jahres 1972. Der Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Geschichte, Professor Louis-Edouard Roulet, lud im September 1972 die «Initianten, die Historischen Institute der schweizerischen Universitäten, den Gesellschaftsrat der AGGS/SGSH und weitere interessierte Kreise» zu einer Sitzung am Samstag, den 14. Oktober 1972, 10 Uhr, am Historischen Institut der Universität Bern ein: «Eine Gruppe jüngerer Historiker, vornehmlich aus der welschen Schweiz, hat die Herausgabe einer möglichst umfassenden Quellensammlung zur schweizerischen Aussenpolitik seit 1848 angeregt», informierte er die Eingeladenen (dodis.ch/37044). An jenem denkwürdigen Samstag im Herbst 1972 präsentierte Antoine Fleury im Namen der Initianten die Idee des Projekts und nach einer Eintretensdebatte beschlossen die Anwesenden, ein Komitee zu bilden, um das Vorhaben voranzutreiben (dodis.ch/37043). Dodis war gegründet! Seit der Publikation des ersten Bandes der Aktenedition (DDS, Bd. 7-I) im Jahr 1979 sind 28 weitere Bände zu den internationalen Beziehungen der Schweiz seit der Bundesstaatsgründung 1848 erschienen. Die nun dritte Serie der DDS zu den 1990er Jahren wurde äusserst erfolgreich am 4. Januar 2021 lanciert mit den gleichentags im Bundesarchiv neu zugänglichen Dokumenten zum Jahr 1990. Die Forschungsstelle hat ferner mit den Quaderni di Dodis und den Saggi di Dodis neue Publikationsgefässe für die Geschichte der Aussenbeziehungen der Schweiz geschaffen, sich nicht zuletzt dank der bereits seit 25 Jahren frei zugänglichen Datenbank zu einem «Flaggschiff der Digital Humanities» entwickelt und sich als Paladin der Open-Access-Bewegung starkgemacht. Dies alles feiert die Forschungsstelle Dodis in den kommenden Monaten zusammen mit befreundeten Institutionen und Wissenschaftskreisen, ihren Stakeholdern und der Öffentlichkeit: Agenda 15. Juli 2022 Festakt und Wissenschafts-Networking im Bundesarchiv. 17. September 2022 Stand an der SAGW-Jubiläumsmesse auf dem Bahnhofplatz Bern. Ab 14.30 Uhr ist die interessierte Öffentlichkeit herzlich willkommen. 18. Oktober 2022 Veranstaltung im Bundeshaus mit Bundespräsident Ignazio Cassis.
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Screenshot Dodis-Datenbank 2001

Dodis: 25 Jahre online!

Als erste Edition diplomatischer Dokumente weltweit ging Dodis am 28. Mai 1997 im Palais des Nations in Genf online und schrieb damit ein Stück Pioniergeschichte des Internets. Als die allerersten Dokumente auf der Datenbank Dodis online geschaltet wurden, steckten die Recherchen der Forschungsstelle noch mitten in den 1940er Jahren. Zum ersten veröffentlichten Dokument dodis.ch/3, eine Aktennotiz vom 9. Mai 1947, haben sich seither 43'425 Dokumente, 55'557 Personeneinträge, 26'426 Organisationen und 10'497 geografische Einträge gesellt und die Forschungen sind nun scharf an der 30-jährigen Archivschutzfrist angelangt. In diesen Monaten erforscht Dodis das Jahr 1992 und wird die dabei zutage geförderten Dokumente am 1. Januar 2023 exakt beim Ablauf der Schutzfrist publizieren. Als Dodis 1997 online ging, gaben gerade einmal 6,8 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer an, das Internet «mehrmals pro Woche zu nutzen». Weitere 15,1 Prozent deklarierten, es «mindestens einmal in den letzten 6 Monaten» genutzt zu haben und unter der Top-Level-Domain «.ch» waren lediglich 129 Webadressen registriert. Auch die Snapshots des «Internet Archive» reichen nicht ganz bis ins Jahr 1997 zurück. Wie die Datenbank vier Jahre später, im Jahr 2001, aussah, zeigt das Titelbild dieser Mitteilung. Mit der Onlineschaltung der Datenbank Dodis am 28. Mai 1997 hat die Forschungsstelle nicht nur einen Meilenstein gesetzt, sie hat sich selbst auch ein schönes Jubiläumsgeschenk gemacht: So feiern wir heuer nicht nur die 25 Jahre der Datenbank Dodis, sondern auch die 50 Jahre der Gründung der Forschungsgruppe Diplomatische Dokumente der Schweiz. Die Initiative zur Edition der Diplomatischen Dokumente der Schweiz konkretisierte sich im Laufe des Jahres 1972. Der Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Geschichte, Professor Louis-Edouard Roulet, lud im September 1972 die «Initianten, die Historischen Institute der schweizerischen Universitäten, den Gesellschaftsrat der AGGS/SGSH und weitere interessierte Kreise» zu einer Sitzung am Samstag, den 14. Oktober 1972, 10 Uhr, am Historischen Institut der Universität Bern ein: «Eine Gruppe jüngerer Historiker, vornehmlich aus der welschen Schweiz, hat die Herausgabe einer möglichst umfassenden Quellensammlung zur schweizerischen Aussenpolitik seit 1848 angeregt», informierte er die Eingeladenen (dodis.ch/37044). An jenem denkwürdigen Samstag im Herbst 1972 präsentierte Antoine Fleury im Namen der Initianten die Idee des Projekts und nach einer Eintretensdebatte beschlossen die Anwesenden, ein Komitee zu bilden, um das Vorhaben voranzutreiben (dodis.ch/37043). Dodis war gegründet! Seit der Publikation des ersten Bandes der Aktenedition (DDS, Bd. 7-I) im Jahr 1979 sind 28 weitere Bände zu den internationalen Beziehungen der Schweiz seit der Bundesstaatsgründung 1848 erschienen. Die nun dritte Serie der DDS zu den 1990er Jahren wurde äusserst erfolgreich am 4. Januar 2021 lanciert mit den gleichentags im Bundesarchiv neu zugänglichen Dokumenten zum Jahr 1990. Die Forschungsstelle hat ferner mit den Quaderni di Dodis und den Saggi di Dodis neue Publikationsgefässe für die Geschichte der Aussenbeziehungen der Schweiz geschaffen, sich nicht zuletzt dank der bereits seit 25 Jahren frei zugänglichen Datenbank zu einem «Flaggschiff der Digital Humanities» entwickelt und sich als Paladin der Open-Access-Bewegung starkgemacht. Dies alles feiern wir in den kommenden Monaten zusammen mit befreundeten Institutionen und Wissenschaftskreisen, unseren Stakeholdern und der Öffentlichkeit: Agenda 15. Juli 2022 Festakt und Wissenschafts-Networking im Bundesarchiv. 17. September 2022 Stand an der SAGW-Jubiläumsmesse auf dem Bahnhofplatz Bern. Ab 14.30 Uhr ist die interessierte Öffentlichkeit herzlich willkommen. 18. Oktober 2022 Veranstaltung im Bundeshaus mit Bundespräsident Ignazio Cassis.
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Am 26. Mai 1918 erklärte die georgische Nationalversammlung die Demokratische Republik Georgien für unabhängig / Le 26 mai 1918 le Conseil national géorgien déclare l'indépendance de la République démocratique de Géorgie. Bild / Image: museum.ge

Die Schweiz, Georgien und die Anerkennungsfrage

Vor genau 30 Jahren, am 23. März 1992, notifizierte die Schweiz mittels Fernschreibens die Anerkennung Georgiens (dodis.ch/61323). Den Entscheid über die Anerkennung der Nachfolgestaaten der Sowjetunion hatte der Bundesrat bereits im Dezember 1991 gefällt (dodis.ch/57514), aber den Vollzug aufgrund der verworrenen innenpolitischen Lage in Georgien noch aufgeschoben. Mit der Überreichung des Beglaubigungsschreibens durch Botschafter Jean-Pierre Ritter beim georgischen Präsidenten Eduard Schewardnadse wurden die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern offiziell aufgenommen (dodis.ch/61191). Die Frage der Anerkennung Georgiens stellte sich für die Schweiz indes nicht zum ersten Mal: Bereits beim Zerfall des Zarenreichs im Zuge der Russischen Revolution von 1917 bemühte sich die «Demokratische Republik Georgien» international anerkannt zu werden. Der junge Staat versuchte auch mit der Schweiz diplomatische Beziehungen aufzunehmen (dodis.ch/60566). Im Juli 1921 entschied der Bundesrat «aus prinzipiellen Gründen» Georgien nicht anzuerkennen (dodis.ch/60569). Im Februar 1921 war die Rote Armee einmarschiert und die Regierung der «Demokratischen Republik» befand sich bereits im Exil in Paris. An ihrer statt war es dann vor 100 Jahren, im März 1922, die von Moskau installierte Räteregierung in Tiflis, die sich um die Aufnahme offizieller diplomatischer Beziehungen mit der Schweiz bemühte (dodis.ch/44817). Der Bundesrat lehnte allerdings auch dieses Ersuchen ab (dodis.ch/60571). Mit der Gründung der Georgischen Sozialistischen Sowjetrepublik, ihrer Eingliederung in die Transkaukasische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik im Dezember 1922 und dem damit verbundenen Souveränitätsverlust des Landes war die Anerkennungsfrage für die nächsten 70 Jahre vom Tisch. Die Basler Historikerin Fenja Läser befasst sich seit längerem mit der Geschichte der schweizerisch-georgischen Beziehungen. Das Ergebnis ihrer Forschungsarbeit ist ein soeben in der Zeitschrift Saggi di Dodis erschienener Artikel: «‹L’appui de la sœur aînée›? Die Schweiz, die Demokratische Republik Georgien und die Anerkennungsfrage 1918–1921» zeichnet diese spannenden Zeiten anhand zahlreicher Dokumente aus unterschiedlichen Archiven nach. Die zentralen Dokumente aus dem Bundesarchiv wurden auf Dodis publiziert, mit allen Metadaten erschlossen und können unter der Zusammenstellung dodis.ch/C2137 konsultiert werden.
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er Schweizer Bundespräsident Flavio Cotti anlässlich seiner Rede am Europatag in Sils im Engadin/Segl vom 7. September 1991 vor zahlreichen nationalen und internationalen Gästen im Rahmen der 700-Jahrfeier der Eidgenossenschaft

Öffnung der Archive – Neue Dokumente zur Schweizer Aussenpolitik 1991 

Am 1. Januar 2022 laufen die Schutzfristen für die Bundesakten von 1991 ab. Die neu zugänglichen Dokumente zeigen den kontroversen Abschluss des EWR-Vertrags und die aussenpolitischen Herausforderungen der Schweiz beim Ausbruch des Golfkriegs und der Jugoslawienkriege sowie beim Zerfall der Sowjetunion. «Europa ist ein Teil von uns, und wir selbst sind ein Teil Europas. So war es immer, und so wird es immer bleiben.» Bundespräsident Flavio Cotti zeigte sich vor zahlreichen in- und ausländischen Gästen, die im Rahmen der 700-Jahrfeier der Eidgenossenschaft im September 1991 nach Sils im Engadin geladen waren, als überzeugter Europäer (Dok. 37, dodis.ch/57668). Die apodiktische Statik seiner Verortung steht allerdings in deutlichem Kontrast zur Dynamik der europapolitischen Entwicklungen des Jahres 1991. «Die Frage nach den zukünftigen Beziehungen zu Europa erschien im Jubiläumsjahr ungewisser und der Bundesrat gespaltener denn je», sagt Sacha Zala, Direktor der Forschungsstelle Dodis, und beruft sich dabei auf den neuen Band der Diplomatischen Dokumente der Schweiz (DDS), der die schweizerische Aussenpolitik des Jahres 1991 anhand ausgewählter Dokumente eingehend dokumentiert. Zahlreiche weitere Zeitzeugnisse, die am 1. Januar 2022 – pünktlich nach Ablauf ihrer gesetzlichen Schutzfrist – nun veröffentlicht werden können, zeichnen das Bild eines ernüchternden Jahres, das insbesondere nach dem hoffnungsvollen Wendejahr 1990 auch für die Schweiz neue Herausforderungen stellte.   «Satellisierung» durch den EWR? Die europäische Integration blieb während des gesamten Jahres das vordringliche Thema. Ein Lichtblick war dabei der Abschluss des Transitabkommens mit der Europäischen Gemeinschaft (EG) durch Bundesrat Adolf Ogi (Dok. 51, dodis.ch/58168). Weniger erfolgreich verliefen die Verhandlungen über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Erschien der «Mittelweg» des EWR 1990 noch als einzig gangbare Lösung, war sich der Bundesrat 1991 überhaupt nicht mehr einig. Im März unterbreitete Bundespräsident Cotti seinem Bundesratskollegen Jean-Pascal Delamuraz, der das Wirtschaftsdepartement leitete und die Verhandlungen mit der EG zusammen mit Aussenminister René Felber führte, den Vorschlag, die «demütigenden» Verhandlungen über den EWR so rasch wie möglich zu Gunsten eines direkten Beitrittsgesuchs abzubrechen (Dok. 9, dodis.ch/57510). Sinnbildlich für die Uneinigkeit innerhalb des Bundesrates stand auch die kontroverse Diskussion in der Bundesratssitzung vom 17. April 1991: Während Finanzminister Otto Stich überzeugt war, dass «ein schlechter Vertrag nie als ein Schritt in die richtige Richtung» betrachtet werden könne und der zu diesem Zeitpunkt vorliegende EWR «eine Satellisierung der Schweiz» bedeute, hob Aussenminister Felber «die zahlreichen positiven Punkte» und «die sicheren Vorteile» selbst eines für die Schweiz unausgewogenen Abkommens hervor. Für Verteidigungsminister Kaspar Villiger bewegte sich das Land hingegen «auf dem Weg eines Kolonialstaates mit Autonomiestatut» (Dok. 13, dodis.ch/57331).    Internationaler Druck In Gesprächen mit den europäischen Partnern versuchten die Bundesräte verschiedentlich, ihren Unmut über den Verlauf der Verhandlungen kundzutun. Der deutsche Aussenminister Genscher entgegnete entschieden, nur als EG-Mitglied könnten «die eigenen nationalen Interessen optimal zur Geltung gebracht werden» (Dok. 16, dodis.ch/57028). Noch kritischer gegenüber dem schweizerischen Abseitsstehen äusserte sich Frankreichs Präsident Mitterrand und rief pointiert ins Bewusstsein, dass Banken allein als Basis für eine Zivilisation nicht ausreichten (Dok. 25, dodis.ch/58092), während EG-Chefunterhändler Krenzler gar von einem «Modernitätsdefizit» der Schweiz sprach, das durch einen schweizerischen Beitritt zur EG, respektive über den Wartsaal EWR «korrigiert» werden könnte (Dok. 27, dodis.ch/58039). Erst unmittelbar vor der Tagung der EG- und EFTA-Minister in Luxemburg, an welcher gemäss schweizerischer Seite «der Durchbruch erzwungen oder aber das Scheitern der Verhandlungen festgestellt werden» sollte (Dok. 44, dodis.ch/58388), fasste der Bundesrat seinen Grundsatzentscheid. Die Bundesräte Felber und Delamuraz akzeptierten in der Nacht auf den 22. Oktober 1991 die Verhandlungsergebnisse über den EWR-Vertrag und erklärten den EG-Beitritt der Schweiz zum strategischen Ziel. Doch: «Die Abstimmung über den EWR-Vertrag ist noch nicht gewonnen», antizipierte die Aussenpolitische Kommission des Ständerats im November nüchtern: «Wir müssen noch eine riesige Arbeit leisten, wenn das Volk diesen Vertrag annehmen soll.» (Dok. 56, dodis.ch/58525).   Dramatische Entwicklungen in Osteuropa Ungebremst dynamisch zeigten sich 1991 auch die Entwicklungen im Osten des Kontinents. Unter der «Maxime der solidarischen Mitverantwortung» verabschiedete der Bundesrat einen neuen Osthilfe-Kredit über 800 Mio. CHF. Neu sollten auch Albanien, Bulgarien, Rumänien, Jugoslawien und die UdSSR von der Schweizer Finanzhilfe profitieren (Dok. 35, dodis.ch/57522). Die Sowjetunion sollte es aber Ende 1991 gar nicht mehr geben: Mit der Gründung der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) im Dezember hörte die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken auf zu existieren. Die in Anerkennungsfragen grundsätzlich zurückhaltende Schweiz gehörte bemerkenswerterweise zu den ersten Ländern, welche die Anerkennung der sowjetischen Nachfolgerepubliken verkündeten (Dok. 61, dodis.ch/57514). Die dramatischen Entwicklungen in Jugoslawien wirkten sich in der Schweiz unter anderem auf den Umgang mit der bedeutenden jugoslawischen Migrationsbevölkerung aus. Die Schweiz bemühte sich im Rahmen der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE), aber auch mit unilateralen Vermittlungsinitiativen zur Deeskalation auf dem Balkan beizutragen (Dok. 50, dodis.ch/58114).   «Gute Dienste» in einer neuen Weltordnung Auch in anderen Weltgegenden versuchte sich die Schweiz beschwichtigend einzubringen. Als sich kurz vor Ausbruch des Golfkriegs im Januar die Aussenminister der USA und des Irak noch einmal zu Gesprächen in Genf trafen, offerierte der Bundesrat zum wiederholten Mal «Gute Dienste» und Unterstützung im Vermittlungsprozess (Dok. 2, dodis.ch/57332). Im Libanonkonflikt setzte sich die Schweizer Diplomatie für die Befreiung von Geiseln und Gefangenen ein (Dok. 33, dodis.ch/58395) und in Afghanistan versuchte sie durch die Schaffung eines neuen Gesprächsrahmens zu einer politischen Lösung der verfahrenen Situation beizutragen (Dok. 29, dodis.ch/57737). «Wie aktiv sich die schweizerische Aussenpolitik 1991 an Seite der Vereinten Nationen, aber durchaus mit eigenen Ambitionen, an der Beilegung oder Verhinderung von Konflikten in ganz unterschiedlichen Weltgegenden beteiligte, ist beachtenswert», sagt Dodis-Direktor Zala. Die Suche der Schweiz nach ihrem Platz in der neuen Weltordnung ging mit einer wachsenden Partizipation in multilateralen Gremien einher. So genehmigte das Parlament in der Herbstsession den Beitritt der Schweiz zu den Institutionen von Bretton Woods (Dok. 40, dodis.ch/58258).   Wirtschaftsbeziehungen und Entwicklungshilfe Mit Reisen in und Besuchen aus wirtschaftlich dynamischen Regionen ausserhalb von Europa sollte vermieden werden, dass sich die Schweiz zu einseitig auf die europäische Integration fokussierte. Bei Bundesrat Delamuraz’ Visite in Südkorea und Singapur standen ökonomische Themen genauso im Zentrum (Dok. 10, dodis.ch/57647), wie bei Bundesrat Felbers Reise nach Indien (Dok. 47, dodis.ch/57398), Staatssekretär Jacobis Besuch in Beijing (Dok. 21, dodis.ch/57590) oder dem Empfang des argentinischen Aussenministers Di Tella in Bern (Dok. 12, dodis.ch/58462). Ein neues Leitbild der Direktion für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe legte die Basis für den Dialog mit den Partnern in den Entwicklungsländern (Dok. 28, dodis.ch/58718). Ausgehend von einer Petition der Hilfswerke fand die Entwicklungszusammenarbeit ausserdem prominenten Eingang in die 700-Jahrfeier der Eidgenossenschaft. Mit symbolträchtigen 700 Mio. CHF wollte der Bundesrat einerseits Entschuldungsmassnahmen zugunsten ärmerer Entwicklungsländer finanzieren und andererseits einen Beitrag zu Umweltprogrammen und -projekten von globaler Bedeutung leisten (Dok. 59, dodis.ch/57999).  Jugendsession fordert eine «solidarische Schweiz» Eine solidarische Schweiz forderten schliesslich auch die Teilnehmenden der ersten eidgenössischen Jugendsession, die im Rahmen der 700-Jahrfeier stattfand. «Holzschnittartig entwarfen die Jugendlichen ein aussenpolitisches Aktionsprogramm, das den Zeitgeist der Öffnung und des Aufbruchs atmete», führt Dodis-Direktor Zala aus. Für die gegenwärtige und zukünftige schweizerische Aussenpolitik forderten sie von der Schweiz eine weltweite Vorreiterrolle und rasches Handeln, denn: «Es ist uns nicht egal, was in den anderen Ländern dieser Welt passiert» (Dok. 43, dodis.ch/58000).
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