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26.5.2026: Vernissage Quaderni di Dodis «Im Alpenrosenfrack in die Weltpolitik»

Am 26. Mai 2026 feierte Dodis das Erscheinen der Dissertation von Julian Wettengel als 26. Band der Open-Access-Reihe «Quaderni di Dodis» mit einer Vernissage im Schweizerischen Bundesarchiv. In seiner Studie mit dem Titel «Im Alpenrosenfrack in die Weltpolitik. Diplomatische und politische Funktionen von schweizerischen Händlern in Ost- und Südasien 1857 – 1945» untersucht Julian Wettengel die Aktivitäten schweizerischer Kaufleute im kolonialen Ost- und Südostasien des 19. und 20. Jahrhunderts. Minutiös zeigt er auf, wie die schweizerische Aussenpolitik und humanitäre Organisationen systematisch auf die Mitwirkung der Kaufleute vor Ort zählten.

Einige Eindrücke der Beiträge von Dr. Julian Wettengel, Prof. Dr. Madeleine Herren und Prof. Dr. Sacha Zala:

Dr. Julian Wettengel

 

Prof. Dr. Madeleine Herren

 

Prof. Dr. Sacha Zala

Auf der Suche nach neuen Märkten expandierten schweizerische Händler bereits im frühen 19. Jahrhundert nach Ost- und Südostasien. Dabei übten sie vor Ort gleichzeitig verschiedene diplomatische und politische Funktionen aus. Im sogenannten Alpenrosenfrack – der Galauniform der schweizerischen Diplomaten und Konsuln – betraten sie die Bühne der Weltpolitik.
Die Studie beleuchtet, wie schweizerische Kaufleute ab den 1850er Jahren bis zum Zweiten Weltkrieg als Kolonialverwalter, Lobbyisten, Honorarkonsuln und Krisendiplomaten tätig waren, inwiefern sie dabei auf Strukturen und Ressourcen kolonialer Grossmächte zurückgriffen und welche Motive und Strategien sie mit der Übernahme dieser Funktionen verfolgten. Gleichzeitig geht die Studie der Frage nach, welche Rolle Kaufleute in den internationalen Beziehungen spielten. Händler forcierten und ermöglichten im Wechselspiel mit staatlichen Akteuren die koloniale europäische Expansion nach Asien. Während der beiden Weltkriege avancierten sie zu den zentralen Akteuren, die es dem Eidgenössischen Politischen Departement und internationalen Organisationen wie dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz erlaubten, in Ost- und Südostasien «Gute Dienste» zu leisten und humanitäre Diplomatie zu betreiben. Die im Alpenrosenfrack tätigen kaufmännischen Krisendiplomaten waren damit ein wichtiges Werkzeug der schweizerischen Aussenpolitik.


Flyer


Programm

Begrüssung, Monika Beutler
Co-Leiterin Abteilung Informationszugang, Schweizerisches Bundesarchiv

Grusswort, Prof. Dr. Sacha Zala
Reihenherausgeber und Direktor der Forschungsstelle Dodis

Laudatio, Prof. Dr. Madeleine Herren
Präsidentin der Dodis-Kommission

Schlusswort, Dr. Julian Wettengel
Autor

Apéro