Communications

Hoher Besuch auf der Forschungsstelle

Am 11. Oktober 2018 erhielt die Forschungsstelle Dodis hohen Besuch aus dem Bundeshaus. Bundesrat Ignazio Cassis, begleitet vom EDA-Generalsekretär, dem Informationschef des Aussenministeriums sowie dem persönlichen Mitarbeiterstab des Departementschefs, stattete dem unabhängigen Kompetenzzentrum für die Geschichte der schweizerischen Aussenpolitik und den internationalen Beziehungen der Schweiz am letzten Donnerstag einen Freundschaftsbesuch ab. Dodis-Direktor Sacha Zala präsentierte dem Aussenminister die Räumlichkeiten der Forschungsstelle im Bundesarchiv und stellte das Forschungsprojekt, die gedruckte DDS-Editionsreihe sowie die Online-Datenbank Dodis vor. Im Anschluss kam es bei einem kleinen Umtrunk zu einem sehr angeregten Gespräch mit dem versammelten Forschungsteam.

Völkerbund, Indochina, EWG, Pierre Aubert

Bundesrat Cassis und seine engste Entourage interessierten sich lebhaft für die Arbeit der Forschungsstelle, die mit ihrer Quellensammlung die Tätigkeit ihrer Vorgänger im Aussenministerium dokumentiert und so die Grundlage für die Erforschung der internationalen Beziehungen der Schweiz liefert. Als spezielle Leckerbissen wurden der Delegation die umstrittene Rede von Giuseppe Motta – dem ersten aus dem Tessin stammenden Aussenminister – vor dem Völkerbund in Genf 1934 (dodis.ch/52505), Dokumente zur Indochina-Konferenz von 1954, die damals das «Who is Who der Weltpolitik» ins Bundeshaus brachte (dodis.ch/dds/11), sowie zum Freihandelsabkommen mit den Europäischen Gemeinschaften von 1972 (dodis.ch/35776) gezeigt. Auf besonderes Interesse stiessen auch die Agenda von Cassis’ Vorgänger Pierre Aubert, Aussenminister zwischen 1978 und 1987, das für ihn bestimmte Briefing bei Amtsantritt (dodis.ch/50104), eine eigenhändig stenographisch verfasste Notiz des Departementschefs (dodis.ch/51608) sowie die Pflichtenhefte seiner persönlichen Mitarbeiter.

Kontakt mit künftigen «Quellenlieferanten»

Das EDA unterstützt die Forschungsstelle seit den Anfängen des Projekts in den 1970er Jahren. Diplomatinnen und Diplomaten sind nicht nur das wichtigste Untersuchungsobjekt von Dodis, sondern auch bedeutsame Stakeholder. Die Akten des Departements bilden den wichtigsten Quellenfundus für die Grundlagenforschung von Dodis. Sacha Zala zeigte sich deshalb sehr befriedigt über den erstmaligen Besuch eines Bundesrats auf der Forschungsstelle. «Es ist wichtig, dass wir als unabhängige Forschungsstelle unsere Arbeit auch denjenigen zeigen können, die heute die Aussenpolitik der Schweiz bestimmen», so Zala. «In dreissig Jahren, nach Ablauf der ordentlichen Schutzfrist», fügt der Dodis-Direktor mit einem Schmunzeln hinzu, «werden unsere Nachfolgerinnen und Nachfolger dann die Dokumente dieser Entscheidungsträger für die historische Forschung auswerten.»