Im Rahmen des dritten Schweizer OSZE-Vorsitzes organisierten Dodis und das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am 3. und 4. September 2026 die 18. Internationale Konferenz der Editorinnen und Editoren diplomatischer Dokumente (ICEDD). Die Tagung an der Universität Bern und im Berner Rathaus war die dritte von vier offiziellen Schweizer OSZE-Vorsitzkonferenzen 2026.
Ein halbes Jahrhundert nach der Unterzeichnung der Schlussakte von Helsinki stand die Konferenz im Zeichen der Gründungsphase der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE), aus der die heutige OSZE hervorging. Im Zentrum stand die Frage, welche Lehren sich aus dem Helsinki-Prozess für die Gegenwart und Zukunft einer europäischen Sicherheitsordnung ziehen lassen.
Ausgehend von einer internationalen Joint Edition und zwölf wissenschaftlichen Referaten schufen Forschende und Konferenzteilnehmende aus rund 50 Ländern die Grundlage für eine multiperspektivische und quellenbasierte Auseinandersetzung mit der Frühgeschichte der KSZE. Darauf aufbauend diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Diplomatie und Politik – darunter ehemalige und aktive Diplomatinnen und Diplomaten sowie OSZE-Generalsekretär Feridun Sinirlioğlu – über die gegenwärtigen und zukünftigen Chancen und Herausforderungen der Organisation. Die historische Keynote hielt Dodis-Direktor Sacha Zala.
Den Höhepunkt und Abschluss des öffentlichen High-Level-Segments bildete die zukunftsgerichtete Keynote von Bundesrat und OSZE-Chairperson-in-Office Ignazio Cassis. Er hob hervor, dass die Geschichte des Helsinki-Prozesses auch im heutigen fragmentierten geopolitischen Umfeld wichtige Orientierung bietet. Die OSZE bleibe ein unverzichtbares Forum für Dialog, Vertrauensbildung und gemeinsame Sicherheit.
Ein weiterer Schwerpunkt der rund 30 Konferenzbeiträge lag auf dem Einsatz Künstlicher Intelligenz bei der Edition diplomatischer Dokumente. Diskutiert wurde insbesondere, wie KI die Erschliessung und Sicherung serieller und hochstandardisierter Quellen unterstützen kann, ohne die wissenschaftlichen Anforderungen an Transparenz, Kontextualisierung und Quellenkritik zu relativieren. Höhepunkt war die Vorstellung des Dodis-Tools, als «Swiss Army Knife for Editors of Diplomatic Documents».
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Die historischen Inputreferate von Nicolas Badalassi, Antonio Varsori, Michael Kennedy und Thomas Bürgisser sowie die Keynotes von Sacha Zala und Ignazio Cassis wurden aufgezeichnet und können auf dem Dodis-YouTube-Kanal nachgeschaut werden.







Fotos: Angelina Imboden, Pierre-Yves Massot, EDA (3.9.2026; 4.9.2026)
