Zum dritten Mal präsidiert die Schweiz 2026 die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) als weltweit grösste regionale Sicherheitsorganisation. Sie setzt damit ein Engagement fort, das mit der Ausarbeitung der KSZE-Schlussakte von 1975 begann. 50 Jahre später blicken wir zurück auf die Geschichte des KSZE-Prozesses und diskutieren die früheren und gegenwärtigen Herausforderungen der OSZE.
Am Freitag, dem 30. Oktober 2026, veranstaltete Dodis einen historischen Workshop an der Universität Bern. In einem Wechselspiel aus Quellen- und Erinnerungswissen wurde gemeinsam mit rund 50 Forschenden und Zeitzeuginnen und Zeitzeugen die Bedeutung der KSZE und der OSZE für die Schweiz erörtert.
Nach historischen Inputs von Philip Rosin, Christian Nünlist und Lucas Renaud teilten Marianne von Grünigen, Raimund Kunz, Hans-Jörg Renk, Bruno Rösli und Walter Thurnherr sowie weitere ehemalige Schweizer KSZE- und OSZE-Diplomaten in ihre Erfahrungen und Erinnerungen aus fünf Jahrzehnten.
Am Abend präsentierte Dodis-Direktor Sacha Zala in seiner Keynote die neue Aktenedition «Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. Diplomatische Dokumente der Schweiz von den Anfängen des KSZE-Prozesses bis zum ersten Schweizer OSZE-Vorsitz 1969–1996». Auf dem anschliessenden Podium, das Dodis gemeinsam mit der Schweizerischen Gesellschaft für Aussenpolitik SGA | ASPE organisierte, diskutierten die frühere Spitzendiplomatin Heidi Tagliavini und Christoph Späti, Sonderbeauftragter des OSZE-Vorsitzes für den Südkaukasus, über die Rolle der Schweiz in der OSZE.
Auch das Podium war ein grosser Erfolg und stiess mit rund 150 Besucherinnen und Besuchern auf reges Interesse. Die lebhafte Diskussion und die hohe Beteiligung unterstrichen die anhaltende Relevanz der behandelten Themen.
Die Veranstaltungen fanden im Rahmen der Reihe «Recto Verso» der SAGW statt, die im Zyklus 2026/27 Raum für Reflexion und Debatte über Wahrheit, Deutungshoheit und die Bedingungen gesellschaftlichen Zusammenhalts eröffnet.
Die Abendveranstaltung wurde aufgezeichnet und kann im Dodis-YouTube-Kanal nachgeschaut werden.
Programm
Historischer Workshop 15:15 Uhr | Universität Bern, Raum 115
Input-Referate
Philip Rosin: Möglichkeiten und Grenzen schweizerischer KSZE-Politik am Beispiel
des Wirkens von Edouard Brunner
Christian Nünlist: Verpasste Gelegenheiten? Die Wurzeln geteilter europäischer
Sicherheit nach dem Kalten Krieg
Lucas Renaud: 1996, 2014, 2026: Schweizer Rekord und Ausdruck einer Organisation
in der Krise
Diskussion und Austausch mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen: Marianne von Grünigen,
Raimund Kunz, Hans-Jörg Renk, Bruno Rösli und Walter Thurnherr
Moderation: Thomas Bürgisser
Abendveranstaltung 18:30 Uhr | Universität Bern, AULA
Begrüssung durch den Vizepräsidenten der Schweizerischen Gesellschaft für Aussenpolitik, Rudolf Wyder
Keynote
«Die Rolle der Schweiz in der KSZE/OSZE» und Präsentation des Bandes: Sacha Zala, Direktor der Forschungsstelle Dodis, Professor an der Universität Bern
Podium
Heidi Tagliavini | alt Botschafterin, ehemalige OSZE-Spitzendiplomatin
Christoph Späti | Botschafter, Sonderbeauftragter des OSZE-Vorsitzes für den Südkaukasus
im Gespräch mit Ivana Pribaković, SRF



